Fußball / Kreisliga / 28. Spieltag:

 

Müllrose - Sportplatz Hohenwalder Weg - 02.06.2007 - 15.00 Uhr

 

Müllroser SV 98 - FSV Dynamo Eisenhüttenstadt  0:4 (0:1)
 

Müllrose: Michael Zentner - Sebastian Bertram, Ronny Schulze, Carsten Luka, Ferdinand Gruner (84. Felix Neß) - Lars Käbisch (46. Dennis Albinus), Michael Jänisch, Sven Meidel - Steffen Graßnick - Steve Symonowicz, Paul Herrmann (SF); Trainer: Reinhard Löhnert; Betreuer: Klaus Graßnick

 

Tore: 0:1 Matthias Engelmann (11.), 0:2 Robert Sader (72.), 0:3 Enrico Stensky (80.), 0:4 Enrico Stensky (88.)
 

Gelbe Karte für den MSV: Steffen Graßnick und Sven Meidel
 

Schiri: Detlef Harttert (Frankfurt/O.)
Zuschauer: 237
 

Das Spitzenspiel zwischen den beiden Vizemeisteranwärtern vor der laut Staffelleiter Manfred Herzog diesjährigen Kreisliga-Zuschauerrekordkulisse bescherte den Gastgebern überraschend nicht nur die höchste Saisonniederlage, sondern sie mussten dadurch auch den zweiten Tabellenplatz, den sie immerhin seit Mitte November inne hatten, an die Dynamos abtreten. Die fast einhundert Gästefans bejubelten ihre Mannschaft schier enthustiastisch, hingegen trabten die Löhnert-Schützlinge nach dem Abpfiff ungewohnt deprimiert und mit hängenden Köpfen in ihre Kabine.
Dabei gingen die Müllroser zuversichtlich in die Begegnung. Zumal vor Spielbeginn durch Staffelleiter Herzog (Eisenhüttenstadt) deren Angreifer Paul Herrmann als "Bester Kreisliga-Torschütze der Saison 2006/2007" mit einer Trophäe und Blumen geehrt wurde, und obendrein, weil der FSV ohne Trainer Dirk Liedtke und die Spieler Jan Kretschmann und Alexander Schönfeld auskommen musste, die -so der Vereinschef der Dynamos- als Polizeibeamte zum G8-Gipfel abkommandiert worden waren. Aber schon unmittelbar nach dem Anpfiff schreckte Diego Schwagerick die Schlaubetaler mit einem kreuzgefährlichen Kopfball, den Schlussmann Michael Zentner mit einem Reflex gerade noch zur Ecke lenken konnte (1.). Als dann Matthias Engelmann einen Freistoß aus der Distanz abzog -Steffen Graßnick hatte für das vorangegangene Foul ziemlich zeitig die Gelbe kassiert-, konnte Zentner den aufsetzenden Ball nicht festhalten, so dass die Schlaubetaler schon früh mit 0:1 in Rückstand gerieten (11.). Dieses vermeidbare Gegentor hinterließ Wirkung bei den Müllrosern. Zum Glück für sie konnte nach diesem Torwartpatzer Daniel Postler einen Fehlpass von Sven Meidel nicht nutzen (16.), sonst hätte es kurz darauf noch ärger für den MSV kommen können (16.). Meidel allerdings hatte im Anschluss an einen Freistoß die Ausgleichschance auf seinem Fuß, aber er erwischte die Kugel nur halbwegs (23.). Ex-MSV-Trainer Burkhard Molus dazu: "Das Ding hätte er machen müssen". Aber auf der Gegenseite konnte dann wenigstens Innenverteidiger Carsten Luka mit größtem Einsatz Dynamo-Angreifer Postler am Strafraum vom Ball trennen (37.). Wenig auffällig agierte bis hierher und auch im zweiten Spielabschnitt der Kreisliga-Torschützenbeste Herrmann, denn nur mit einem geschickt über die Dynamo-Mauer getretenen Freistoß, der knapp vorbei ging, deutete er seine Gefährlichkeit an (38.), eine klare Torchance konnte er sich diesmal, obwohl nicht manngedeckt, keine einzige erarbeiten. Und als er dann doch zweimal freie Bahn hatte, zückte Schiri-Assistent Kaczmarek die Abseitsfahne. Sofort nach Wiederbeginn drehte der MSV mit Einsatz gegen die gefällig spielenden Dynamos auf und machte endlich energisch Druck auf das FSV-Tor, was auch auf die Hereinnahme von Dennis Albinus als dritten Angreifer zurückzuführen war. Graßnicks Schrägschuss aus der Drehung zischte aber über die Querstange (49.), Lukas Distanzknaller wurde vom FSV-Keeper Erik Tuschel hervorragend gemeistert (54.), und einen verwertbaren Symonowicz-Querpass am Torraum verpassten dessen Mitspieler (59.). Aufgeregt und mit fortwährenden Anweisungen agierte in dieser Phase das Dynamo-Trainer-Duo Uwe Schwagerick/Georg Podleska aus der Coachingzone, bis schließlich die Gäste wieder die Initiative übernahmen. Hinein in den Müllroser Angriffsdruck zog über die rechte Außenbahn und auf dem Wege zur Vorentscheidung Enrico Stensky auf und davon, und dessen maßgerechte Eingabe verwertete per Kopf der kurz vorher eingewechselte und von Außenverteidiger Sebastian Bertram nicht gestellte Robert Sader zum 0:2 (72.). Zwar hämmerte Albinus zwischenzeitlich den Ball an die Lattenunterkante (82.), und Ronny Schulze hätte um Haaresbreite mit einem Heber beinahe Tuschel überlistet (86.), aber der Vorlagengeber Stensky machte schließlich mit einem aus Müllroser Sicht abseitsverdächtigen Doppelpack (80./88.) das 0:4-Debakel des MSV 98 perfekt. MSV-Trainer Reinhard Löhnert: "Der Torwartfehler zum frühen 0:1 verunsicherte meine Mannschaft, dadurch kam Dynamo letztendlich zu einem verdienten Sieg". FSV-Trainer (i.V.) Uwe Schwagerick: "In diesem Spitzenspiel, welches ein gutes Niveau hatte, schlugen wir die feinere Klinge und unser Abwehrblock stand sicher, so dass wir Müllrose, wie im Hinspiel, klar bezwingen konnten".
 

Anmerkungen:

+ Der FSV Dynamo ist die einzige Kreisligamannschaft, die in dieser Saison den Müllroser SV zweimal bezwingen konnte (4:1/4:0)

+ Der langjährige Kreisliga-Schiedsrichter Detlef Harttert (58) aus Frankfurt (Oder) verabschiedete sich nach dem Spitzenspiel zwischen Müllrose und Dynamo von beiden Mannschaften, weil er nun freiwillig ("Es reicht") aus dieser Spielklasse ausscheiden wird.

+ Der diesjährig als Torschützenbester der Kreisliga Oder-Neiße ausgezeichnete Müllroser Paul "Paule" Herrmann (20), der es bislang bei noch einem ausstehenden Spieltag uneinholbar auf 43 Treffer brachte, löste damit den 30-jährigen Dynamo-Angreifer Daniel Postler ab, der es als Torschützenbester der vergangenen Saison auf 30 Treffer gebracht hatte. In dieser Saison steht Postler, so Staffelleiter Herzog, bei 25 Treffern. Zwischen Herrmann und ihm liegt der Frankfurter Eintrachtler Björn Koch mit 27 Toren.

+ Am Rande des Spitzenspiels Müllrose gegen Dynamo (0:4) war ein Einsatzkommando der Polizei mit sechs Beamten aufgezogen. Sie verbrachten am Sportplatz Hohenwalder Weg des Erholungsortes allerdings einen angenehmen Nachmittag, weil sich die großen Fanblocks beider Mannschaften zueinander recht friedlich verhielten.
 


W. Eger