Fußball / Kreisliga / 12. Spieltag:

 

Frankfurt - Sportplatz Baumschulenweg  - 11.11.2006 - 13.30 Uhr

 

Post SV 28 - Müllroser SV 98  1:2 (1:1)
 

Müllrose: Marko Hinz - Ronny Schulze - Steffen Graßnick, Christopher Fuhrmann, Carsten Luka - Michael Jänisch, Ferdinand Gruner, Sven Meidel - Paul Herrmann (SF) - Christopher Sagert (77. Danny Wühle), Sebastian Bertram; Trainer: Reinhard Löhnert; Betreuer: Klaus Graßnick

 

Tore: 0:1 Sebastian Bertram (6.), 1:1 Ronny Horn (24), 1:2 Christopher Sagert (66.)
 

Gelb-Rot: Carsten Luka (76./Müllrose) wegen Foulspiels und Reklamierens
Rot: Oliver Gerß (86./Post) wegen Schiri-Beleidigung ("Du bist ein Idiot")

 

Schiri: Rolf Richter (Eisenhüttenstadt OT Diehlo)
Zuschauer: 75
 

Der MSV 98 erreichte bei den bislang punktgleichen Frankfurter Postlern mit seinem zehnten Saisonsieg erstmals wieder seit dem 7. Spieltag die alleinige Tabellenführung. Aber die Schlaubetaler mussten sich gegen die spielerisch besseren Gastgeber ordentlich ins Zeug legen, um sich am Ende auf dem Sportplatz Baumschulenweg von ihrem Anhang feiern zu lassen und abends mit breiter Brust zur Jahresabschlussfeier gehen zu können. Trainer Reinhard Löhnert ("Ein Spitzenspiel war es nur vom Tabellenstand her") verzichtete diesmal auf die unter seiner Regie praktizierte Viererabwehrkette und stellte den 42-jährigen früheren Verbandsligaspieler Ronny Schulze auf die Libero-Position. Und dieses Konzept ging gegen den bisherigen Tabellenzweiten letztlich auf, denn in Bedrängnis gerieten die Gäste im ersten Spielabschnitt nicht und später erst in der Schlussviertelstunde. Zwar gab es einige Defizite im MSV-Mittelfeldspiel, auch zu viele weit und hoch nach vorn getretene Bälle, aber als Schulze aus der eigenen Hälfte einen Freistoß in den Postler-Strafraum beförderte, den Sebastian Bertram per Kopf an die Lattenunterkante und damit zur Müllroser 1:0-Führung ins Frankfurter Tor verlängerte (6.), hatte sich der MSV 98 beim Aufstiegsrivalen vorerst einen Auftakt nach Maß verschafft. Als kurz danach der MSV-Manndecker Steffen Graßnick im Vorwärtsgang gelegt worden war, hätte Sven Meidel mit einem geschickt getretenen Freistoß fast die Gäste-Führung noch ausgebaut, aber Peer Günther holte die Kugel mit einer Flugparade aus seinem linken oberen Winkel (12.), wodurch sich der Post-Keeper derart an der Schulter verletzte, dass er umgehend ins Klinikum gefahren werden musste. Nach einem der bis dahin wenigen Post-Angriffe marschierten die Frankfurter rund zehn Minuten später über ihre rechte Außenbahn bis zur Grundlinie, an der der wegrutschende Ferdinand Gruner den folgenden Querpass auf Ronny Horn nicht erwischte, der dadurch freistehend zum 1:1 traf (24./Gruner: "Dieses Gegentor geht auf meine Kappe"). Zweifellos ein vermeidbarer Treffer aus Müllroser Sicht. Nach dem Wechsel zog die Partie merklich an (7 Gelbe, zwei Feldverweise), zumal Post nun Druck machte, um den in ihrem Fußballprogramm angekündigten Heim-Dreier herauszuholen. Die MSV-Abwehr und Schlussmann Marko Hinz hielten jedoch stand. Der 19jährige Angreifer Christopher Sagert schaffte es sogar, die erneute Gäste-Führung herauszuholen (1:2/66.). Aber dann wurde es für den MSV 98 durch Gelb-Rot für Außenverteidiger Carsten Luka (76.) kritischer, zumal Post bei herannahendem Schlusspfiff nun mit Macht wenigstens einen Zähler retten wollte. Trotz hektischer Szenen und auch mit Fortuna im Bunde war schließlich die Nachspielzeit erreicht. Da raffte sich der Kreisliga-Torschützenbeste Paul Herrmann noch einmal auf und trat in der eigenen Hälfte zu einem Alleingang an, um den Müllroser Auswärtsieg endgültig perfekt zu machen. Aber an der Strafraumgrenze wurde er eingeholt und umgerissen. Der anschließende Freistoß von ihm saß zwar nicht, aber Sekunden später jubelten die abgekämpften MSVer, weil sie nun wieder allein vorn platziert und auch weiter auswärts unbesiegt sind.
 

W. Eger