Fußball / Kreisliga / 10. Spieltag:

 

Frankfurt - Sportplatz Kieler Strasse  - 28.10.2006 - 14.00 Uhr

 

SV Blau-Weiß Frankfurt - Müllroser SV 98  1:5 (0:0)
 

Müllrose: Marko Hinz - Steffen Graßnick, Christopher Fuhrmann,  Ronny Schulze, Carsten Luka - Michael Jänisch (46. Patrick Semmler), Steve Symonowicz, Sven Meidel (77. Christopher Sagert) - Paul Herrmann (SF) - Sebastian Bertram (84. Felix Neß), Ferdinand Gruner; Trainer: Reinhard Löhnert; Betreuer: Klaus Graßnick

 

Tore: 0:1 Sven Stegath (47./Eigentor), 0:2 Steven Wedding (60./Eigentor), 1:2 Christian Gläßer (65.), 1:3 Sebastian Bertram (73.), 1:4 Felix Neß (85.), 1:5 Paul Herrmann (90.)

 

Schiri: Steffen Herkt (Neuzelle)
Zuschauer: 50
 

MSV-Trainer Reinhard Löhnert war mit seiner Müllroser Mannschaft auf jene Frankfurter Sportstätte neben der Brandenburghalle zurückgekehrt, auf der er einst als WGK- bzw. Blau-Weiß-Trainer gewirkt hatte. Keine Frage, dass er nun mit dem Spitzenreiter seinen Ehemaligen die Punkte abknöpfen wollte, zumal diese seit 2001/02 ohnehin siebenmal gegen die Müllroser das Nachsehen hatten. Aber in dem durchweg mäßigen ersten Spielabschnitt sah es ganz und gar nicht danach aus, obwohl die Gäste gegen die tief in ihrer Hälfte stehenden, die Räume verengenden, defensiven Blau-Weißen klare Feldvorteile hatten. Aber zu zwingenden Torchancen kam der MSV 98 trotzdem nicht. Selbst der Kreisliga-Torschützenbeste Paul Herrmann konnte mit einem Distanz-Knaller, der über den rechten Dreiangel zischte, den Tabellenelften nur einmal halbwegs schrecken (21.). Doch die Lage auf dem  Spielfeld änderte sich zugunsten des Tabellenführers  nach Wiederbeginn. Hauptakteure hierbei waren jedoch nicht die Schlaubetaler um ihren neuen Kapitän, den 20-jährigen Paul Herrmann, sondern zwei Frankfurter mit Eigentoren. Zunächst katapultierte Sven Stegath den Ball im Anschluss an eine hohe Bertram-Eingabe zum 0:1 in den oberen Winkel des eigenen Tores (47.), dann war es Steven Wedding, der beim missglückten Abwehrversuch unfreiwillig in die untere Torecke zum 0:2 traf (60.). Nun zog die Partie an, so dass der bis dahin kaum geforderte souveräne Unparteiische viermal die Gelbe zückte, Steffen Graßnick mit rüdem Foul von Petke gestreckt wurde und deshalb kurzzeitig ausscheiden und versorgt werden musste. Nachdem  Blau-Weiß-Kapitän Christian Gläßer durch das halbherzige Eingreifen des MSV-Innenverteidigers Christopher Fuhrmann zunächst auf 1:2 verkürzen konnte (65.), bekamen die Müllroser offensichtlich nun endlich Lust, selbst Treffer zu erzielen. Das schafften dann nacheinander Sebastian Bertram per Kopfball im Anschluss an einen Meidel-Freistoß (73.), eine Minute nach seiner Einwechslung und genauem Sagert-Zuspiel Felix Neß (85.), und schließlich mit seinem 22. Saisontreffer "Paule" Herrmann, der in der Schlussminute per Flachschuss zum 1:5 traf. MSV-Keeper Marko Hinz musste hingegen zwischenzeitlich einige kritische Situationen vor seinem Gehäuse durch rechtzeitiges Herauslaufen bereinigen (Hinz: "Heute war ich nicht nur Schlussmann, sondern gewissermaßen auch Libero"). "Auswärtssieg, Auswärtssieg" tönte es nach Spielende lautstark aus der MSV-Kabine. Es war der vierte für die Löhnert-Schützlinge, aber nun warten bereits die Verfolger Post und Dynamo auf den auswärts noch unbesiegten Spitzenreiter. Und dort wird es sicherlich ungleich schwerer, als es bei den Frankfurter Blau-Weißen gewesen ist.
 

W. Eger