Fußball / Kreisliga / 9. Spieltag:

 

Müllrose - Sportplatz Hohenwalder Weg  - 21.10.2006 - 14.00 Uhr

 

Müllroser SV 98 - SV Wellmitz  4:0 (3:0)
 

Müllrose: Michael Zentner - Steffen Graßnick, Christopher Fuhrmann, Ronny Schulze, Carsten Luka - Michael Jänisch, Sven Meidel, Ferdinand Gruner - Marcel Molus (SF/76. Pascal Liebig) - Paul Herrmann, Stefan Pawlukojc (62. Steve Symonowicz); Trainer: Reinhard Löhnert; Betreuer: Klaus Graßnick

 

Tore: 1:0 Paul Herrmann (25.), 2:0 Sebastian Benkert (28./Eigentor), 3:0 Paul Herrmann (36.), 4:0 Paul Herrmann (59.)
 

Schiri: Tobias Lägel (Frankfurt/O)
Zuschauer: 63
 

Der Spitzenreiter kam gegen den Tabellenvorletzten zwar zu einem sicheren Sieg, aber die gezeigte Leistung entsprach nur streckenweise seiner derzeitigen Platzierung (Gäste-Trainer Benno Noack: "Die mitführenden Frankfurter Postler haben gegen uns letzte Woche weitaus stärker gespielt als heute der MSV"). Allerdings trugen die Wellmitzer kaum etwas zu einem sehenswerten Kreisligaspiel bei, denn ihre mit einer tiefgestaffelten Abwehr nur auf Toreverhinderung ausgerichtete Spielweise und einer daraus resultierenden Angriffswirkung nahezu Null bewirkte einen ziemlich einseitigen Spielverlauf. Aber der Tabellenerste machte daraus zu wenig, und der Vorletzte erreichte mit dieser Defensivtaktik (selbst ihr Angreifer Ronny Bölke war in der Hintermannschaft aufgeboten), dass es zu keinem Schützenfest kam. So dauerte es nach zwei guten Kopfballgelegenheiten von Michael Jänisch (2.) und Paul Herrmann (5.) sowie einer Riesengelegenheit von Ferdinand Gruner (23.) immerhin fast eine halbe Stunde, ehe der Favorit durch Herrmann zur 1:0-Führung kam (25.). Gleich danach bedrängte der unermüdliche Schulze, neben Steffen Graßnick auffälligster Müllroser, Sebastian Benkert im Wellmitzer Strafraum, der daraufhin die Kugel unglücklich zum 2:0 ins eigene Tor spitzelte (28.). Schulzes Lattenkopfball (34.), ein Molus-Kracher an die Lattenunterkante (35.), Paul Herrmanns Abstauber-Treffer zum 3:0 (36.), und eine Glanztat von SVW-Schlussmann Maik Bursch, der einen platzierten Freistoß von Marcel Molus aus seinem linken Dreiangel kratzte (38.), waren anschließend jedoch Szenen, die sich sehen lassen konnten. Nach dem Wechsel bestimmten zwar die Gastgeber weiter eindeutig das Geschehen auf dem Rasenplatz, der bekanntlich 1994 durch den DFB-Ehrenpräsidenten Egidius Braun eingeweiht worden war, aber Treffer aus dem Spiel heraus fielen nicht mehr. Dass es doch noch wenigstens ein 4:0 wurde, verdankten die Müllroser ihrem Torjäger Herrmann, denn nachdem er von Tommy Krüger im Strafraum gelegt worden war und Molus mit dem fälligen Elfer am tüchtigen Bursch, dem besten Wellmitzer, scheiterte, knallte "Paule" den abgewehrten Ball entschlossen ins Gäste-Tor (59.), so dass er mit nun 21 Treffern die Kreisligatorschützenliste weiter "unangefochten" (so Staffelleiter Manfred Herzog) anführt. Während MSV-Torsteher Michael Zentner im gesamten Spiel nur ein einziges Mal ernsthaft geprüft wurde, als Christian Lakomski urplötzlich vor ihm auftauchte (62.), verhinderten Unkonzentriertheiten der Müllroser vor dem Wellmitzer Gehäuse und ein in den Schlussminuten gleich dreimal hervorragend reagierender Maik Bursch -Jänisch, Symonowicz und Schulze hatten knallhart abgezogen- einen Kantersieg des Spitzenreiters. MSV-Trainer Reinhard Löhnert sah es gelassen: "Es stört mich nicht, dass wir heute nicht mehr Tore erzielt haben, denn die Meisterschaft und der Aufstieg werden ganz bestimmt nicht durch das Torverhältnis entschieden". SVW-Trainer Benno Noack, der sich am Spielfeldrand eine Ermahnung durch den Landesklassen-Schiri einhandelte und der sich nach dem Spiel in dessen Kabine über Beschimpfungen durch einheimische jugendliche Zuschauer erregte, war über die in Grenzen gebliebene Niederlage nicht unzufrieden ("Mehr ist derzeit bei uns nicht drin").
 

W. Eger